09/27/2022 > Premiere von »Undine geht« im wiedereröffneten Studio der Schaubühne

Regisseurin Christina Deinsberger inszeniert in ihrer ersten Produktion im Studio Ingeborg Bachmanns Text »Undine geht«. Premiere ist am 12. Oktober 2022.

Nach der coronabedingten Schließung eröffnet Christina Deinsbergers Inszenierung »Undine geht« nach Ingeborg Bachmann das Studio der Schaubühne. In ihrer Erzählung von 1961 entwirft Bachmann nicht nur die Geschichte eines gescheiterten Liebespaares – die Protagonist_innen Undine und Hans sind vielmehr zwei Extreme in einem gemeinsamen Körper. »Dieser Text ist eigentlich eine Studie über das Uneins-Sein«, so Deinsberger: »In jedem von uns gibt es ja verschiedene, oft disparate Energien. Diese Widersprüche zu versöhnen kann nur momenthaft möglich sein.«

Undine kommt aus dem Wasser, Hans aus der Siedlung. Beide verlassen ihr Element, um einander zu begegnen – und scheitern doch jedes Mal aneinander. Jede ihrer Lieben ist ehrlich und vollkommen. Jede Enttäuschung, jeder Vertrauensbruch ebenso. Laut dem Mythos bleibt Undine nach Hans‘ Verrat nur die Entscheidung zwischen Mord und Selbstauflösung. Doch was, wenn diese beiden Optionen nicht mehr genügen? Bachmanns Text bezieht klar Position: gegen das Patriarchat, gegen feste Rollenzuschreibungen, gegen ein kapitalistisches System der konstanten Produktion und der biologischen Reproduktion.

Christina Deinsberger studierte Rechts- und Kriminalwissenschaften mit Abschluss Staatsexamen an der Universität Heidelberg. Parallel zum Studium wuchs ihr Interesse an Journalismus und Theater. Nach Praktika und Hospitanzen u. a. beim Thalia Theater, Deutschlandfunk und Heidelberger Stückemarkt ist sie seit 2019 Regieassistentin an der Schaubühne am Lehniner Platz. Hier folgten mehrfache Zusammenarbeiten mit dem künstlerischen Leiter Thomas Ostermeier sowie u. a. mit Simon McBurney, Annabel Arden und Clara Weyde.

> Download  

> back