10/25/2015, 19.30 – 22.00

Ersatzvorstellung für den 21.10.

Richard III.

by William Shakespeare
Direction: Thomas Ostermeier
Globe


Translation and version by Marius von Mayenburg

Bei dieser Vorstellung handelt es sich um Ersatz für eine Vorstellung am 21. Oktober, die aus dispositorischen Gründen leider nicht stattfinden kann. 

Richard ist hässlich. Eine Frühgeburt, missgestaltet, humpelnd, bucklig, ein Krüppel, der auf den Schlachtfeldern der Rosenkriege, die nach dem Tod Heinrichs V. aufflammen, seiner Familie und vor allem seinem Bruder Edward gute Dienste geleistet hat. Jetzt ist Edward König, dank einiger Morde, die sein behinderter Bruder in Eigenregie begangen hat. Aber das Ende des Krieges bringt Richard keinen Frieden, zu tief sitzt sein Hass auf den Rest der Welt, zu dem er nie gehören wird. Und so tut er das, was er am besten kann und mordet weiter. Er räumt alles aus dem Weg, was ihn daran hindert, König zu sein. Wenn er schon nicht Teil einer Gesellschaft der vom Schicksal Begünstigten sein kann, will er sie wenigstens beherrschen. Seine Kontrahenten spielt er mit politischem Geschick gegeneinander aus, skrupellos instrumentalisiert er den Ehrgeiz anderer für seinen eigenen und schreitet mit weißer Weste durch ein unermessliches Blutbad, bis er niemanden mehr über sich hat und die Krone ihm gehört. Doch auch dieser Triumph, erkauft mit dem Tod von Feinden, Verbündeten und Verwandten, wird seine Kränkung über das, was die Natur ihm angetan hat, nicht stillen. Allein an der Spitze des englischen Königreichs, sämtlicher Widersacher beraubt, richtet er sein Wüten nun gegen seinen eigentlichen Hauptfeind – sich selbst.

»Richard III« ist eines der frühesten Stücke Shakespeares, uraufgeführt um 1593. Bis heute hat die Titelfigur nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ihre Verführungskraft liegt gerade in ihrer hemmungslos zielgerichteten, lustvoll zur Schau gestellten Amoralität. Richard ist der erste in einer Reihe von Bösewichten in Shakespeares Werk, deren moralische Unabhängigkeit und virtuose Manipulationskunst an Machiavellis »Fürst« geschult scheint: Jago in »Othello«, Edmund in »König Lear«, die Lady in »Macbeth«. Aber das Stück erschöpft sich nicht in der Dämonisierung eines psychopathischen Amokläufers. Es ist auch das Porträt einer durch interne Kämpfe tief zerrütteten Machtelite, aus deren Mitte eine perverse Diktatur erwächst.

»Richard III.« wird als erste Premiere im neu in Saal C eingerichteten elisabethanischen Theater der Schaubühnezu sehen sein.

>>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Das Böse feiern: Richard III. an der Schaubühne

Trailer



Interview



Direction: Thomas Ostermeier
Stage Design: Jan Pappelbaum
Costume Design: Florence von Gerkan
Collaboration Costumes: Ralf Tristan Sczesny
Music: Nils Ostendorf
Video: Sébastien Dupouey
Dramaturgy: Florian Borchmeyer
Light Design: Erich Schneider
Puppeteers Training: Susanne Claus / Dorothee Metz
Fight Choreography: René Lay

Richard III: Lars Eidinger
Buckingham: Moritz Gottwald
Elizabeth: Eva Meckbach
Lady Anne: Jenny König
Hastings, Brakenbury, Ratcliff: Sebastian Schwarz
Catesby, Margaret, First Murderer: Robert Beyer
Edward, Lord Mayor of London, Second Murderer: Thomas Bading
Clarence, Dorset, Stanley, Prince of Wales (as puppet): Christoph Gawenda
Rivers, York (as puppet): Laurenz Laufenberg
Drummer: Thomas Witte

Duration: ca. 150 minutes

(without interval)

Premiered on 7 February 2015


Tour Dates

Avignon (July 2015)
Craiova (April 2016)
Harbin (June 2016)
Tianjin (July 2016)
Edinburgh (August 2016)
Stockholm (September 2016)
Hongkong (December 2016)
London (February 2017)
Adelaide (March 2017)
Clermont-Ferrand (April 2017)
Mailand (May 2017)
Paris (June 2017)
New York (October 2017)
Lausanne (January 2018)
Seoul (June 2018)
Zagreb (September 2018)
Prague (November/December 2018)
Lisbon (December 2019/January 2020)
Les Gémeaux (January 2022)